Großwaltersdorf erkunden
Großwaltersdorf liegt in der Hügellandschaft des unteren Erzgebirges. Auf dieser Seite stelle ich einige Orte vor, die ich selbst gern besuche.
Hinweis zu den Bildern: Sie sehen hier sehr alte Aufnahmen, einige aus den 1990er-Jahren, andere aus den frühen 2000ern. Die Originale werden derzeit herausgesucht und um neuere Bilder ergänzt.
Wer einfach losgehen möchte, findet genug Wege und im Zweifel einen Einheimischen, der weiterhilft. Auf Umwegen entdeckt man manchmal Ecken, die auf keiner Karte stehen.
Das Wasserrad
Das Wasserrad an der Großen Lößnitz ist in privater Initiative entstanden und treibt eine historische Getreidequetsche an. Der Erbauer denkt darüber nach, einen Generator anzuschließen und damit Strom zu erzeugen.
Neben dem Rad steht ein kleiner Wassertrog, an dem sich im Sommer Wanderer erfrischen und Hunde trinken.
Die Rollerbahn
Wo früher die Schmalspurbahn nach Eppendorf fuhr, verläuft heute die Rollerbahn mit rund zwei Kilometern Asphalt, autofrei und leicht hügelig. Spaziergänger, Inlineskater und Radfahrer nutzen sie ebenso wie die Sportler des Skivereins, im Winter wird sie zur Loipe.
Ihre Geschichte steht auf der Seite Wintersport und die Rollerbahn.
Die Windräder am Diebsteig
Am Diebsteig stehen zwei Windräder. Die Branchendatenbank The Wind Power führt für Großwaltersdorf eine Vestas V39 mit 500 Kilowatt und 39 Metern Rotordurchmesser und eine Enercon E30 mit 200 Kilowatt und 30 Metern. Beide Typen wurden in den 1990er-Jahren gebaut, die Anlagen stammen also aus der Frühzeit der Windkraft in Sachsen. Heutige Windräder haben Rotoren von weit über hundert Metern.
An derselben Stelle suchte 1950 die Wismut nach Uran. Mehr dazu auf der Seite Bergbau in Großwaltersdorf.
Aussichtspunkt Pumpenanlage
Am Ortsausgang in Richtung Mittelsaida beginnt ein rund 500 Meter langer Feldweg zur Pumpenanlage. Von dort sieht man über das Dorf, die Felder und die Wälder, bei klarer Sicht bis zum Schloss Augustusburg. Am schönsten ist es am frühen Abend, wenn die Sonne tief steht.
Käpplers Teiche
Käpplers Teiche liegen zwischen Wiesen und Waldrand. Mehrere Wege führen hin, eine Runde dauert zwischen 20 und 45 Minuten. Ältere Großwaltersdorfer erinnern sich, dass man in einem der Teiche früher gebadet hat. Heute geht man dort spazieren.
Die Liedersteine
In der Gemeinde Eppendorf stehen entlang der Wanderwege 23 Liedersteine. Jeder trägt eine Tafel mit Text und Noten eines Liedes. Die Idee hatten die Eppendorfer Wanderwegewartin Waltraud Göpfert und Steffen Siebert, der Leiter des Volkschores Eppendorf. Der erste Stein wurde am 31. Oktober 2013 enthüllt.
Die Steine kommen aus Steinbrüchen, aus dem Wald oder von den Feldern, und jeder wurde von einem Sponsor gestiftet. Die Mitglieder des Volkschores haben die Lieder im Studio eingesungen. Seit dem Frühjahr 2021 kleben QR-Codes auf den Tafeln, über die man das Lied vor Ort anhören kann.
Vier Liedersteine stehen in Großwaltersdorf:
G1: „Du, mein Großwaltersdorf“ mit einem Text von Roland Fischer und Werner Schreiber und der Musik von Werner Schreiber. Die acht Strophen nennen den Lößnitzbach, den Blick auf die Augustusburg, den Trakehnerhof, die alte Schubert-Mühle, die Schmiede Augustin und die Pension „Zum Märchenland“, das heutige Rotkäppchen-Haus.
G2: „Hoch auf dem gelben Wagen“ mit einem Text von Rudolf Baumbach (1879) und der Musik von Heinz Höhne (1922), ein Lied aus der Postkutschenzeit, das gut zum Wandern passt.
G3: „Hänsel und Gretel“, ein Kinderlied aus dem 19. Jahrhundert und ein gutes Ziel für Familien mit kleinen Kindern.
G4: „Schneeschuhfahrer-Marsch“ von Anton Günther. Der Stein wurde am 31. Oktober 2018 an der Neuwaltersdorfer Straße eingeweiht, am Abzweig nach Mittelsaida und Großhartmannsdorf. Gestiftet haben ihn Frank Richter und das Team des Trakehnerhofs.
Eine Übersicht aller Liedersteine mit Wandervorschlägen hat die Gemeinde Eppendorf auf ihrer Website.
Eine persönliche Anmerkung
Als Kind war ich Schüler von Roland Fischer, einem der beiden Autoren von „Du, mein Großwaltersdorf“. Und wenn ich heute im Erzgebirge bin, wohne ich in der früheren Wohnung von Werner Schreiber, dem anderen Autor.
Auf den Spuren des letzten Bären
Eine beliebte Rundwanderung beginnt im Dorf, führt über die Waltersdorfer Höhe nach Mittelsaida und wieder zurück. Sie ist rund zehn Kilometer lang, hat etwa 180 Höhenmeter und ist auch für Ungeübte zu schaffen.
Unterwegs liegt die Wehrkirche Mittelsaida, die vermutlich um 1450 gebaut wurde. Ihr Wehrgeschoss in Blockbauweise ruht auf den Außenmauern, innen steht ein hölzerner Kanzelaltar von 1660. Die zweite Station ist das Bärloch, eine bewaldete Senke bei Mittelsaida. Der Legende nach wurde hier der letzte sächsische Bär erlegt. Wann das war, weiß niemand mehr, aber der Bärlochweg trägt den Namen weiter.
Wandern, Rad, Pferd und Kremser
Für längere Touren gibt es die Wanderbroschüre des Wanderlatsch e. V. und Tourenvorschläge auf Komoot. Eine dieser Runden kommt schon nach 500 Metern am Wasserrad vorbei.
Radfahrer finden rund ums Dorf gut ausgebaute Wirtschafts- und Radwege. Kremserfahrten können Sie über die Märchenpension anfragen.