Musik aus dem Erzgebirge
Im Erzgebirge wurde schon immer viel gesungen. Die Lieder handeln von harter Arbeit, von Geselligkeit und von der Liebe zur Heimat.
Anton Günther
Kein Name steht so für die Musik des Erzgebirges wie Anton Günther. Er wurde am 5. Juni 1876 im böhmischen Gottesgab geboren, dem heutigen Boží Dar, wenige Kilometer von Oberwiesenthal entfernt. Er schrieb rund 140 Lieder in erzgebirgischer Mundart. Zu den bekanntesten gehören „Drham is drham“ von 1895 und „’s is Feierobnd“ von 1903.
Günther gilt als Erfinder der Liedpostkarte. Er ließ seine Lieder mit Noten auf Karten drucken, und über achtzig davon gingen auf diesem Weg in die Welt. Er hatte Lithograf gelernt und in Prag gearbeitet. Nach dem Tod des Vaters 1901 kehrte er heim, um für die Familie zu sorgen. Am 29. April 1937 nahm er sich in Gottesgab das Leben. Er litt an schweren Depressionen.
Seine Lieder werden bis heute gesungen. In vielen Familien gehören sie zur Weihnachtszeit wie Räuchermännchen und Schwibbögen.
Am 5. Juni 2026 jährte sich Günthers Geburtstag zum 150. Mal. Im Erzgebirge wurde das mit vielen Veranstaltungen gefeiert. Für den 17. Mai 2026 lud der Freistaat Sachsen rund 150 Musikerinnen und Musiker zu einem gemeinsamen Konzert auf den Marktplatz von Annaberg-Buchholz ein.
Günther ist auch in der Nähe zu finden. Am Ortsrand von Eppendorf steht ein Anton-Günther-Gedenkstein, den der dortige Erzgebirgsverein nach Günthers Tod aufgestellt hat. Zwischen 1937 und 1942 errichtete der Erzgebirgsverein viele solcher Steine.
Vom Eppendorfer Ortskern sind es rund anderthalb Kilometer bis zum Stein, größtenteils auf dem Naturlehrpfad zum Gersberger Forst. Daneben steht eine Bank, auf der man eines seiner Lieder vor sich hin summen kann.
Wann genau der Eppendorfer Stein aufgestellt wurde, konnte ich bisher nicht klären.
„De Randfichten“
2004 kam die Gruppe „De Randfichten“ aus Johanngeorgenstadt mit „Lebt denn dr alte Holzmichl noch …?“ auf Platz 3 der deutschen Single-Charts und blieb 56 Wochen in der Hitliste. Das Lied stammt nicht aus dem Erzgebirge, es geht auf ein altes Volkslied aus der Gegend von Hanau zurück. Bekannt gemacht haben es aber die Randfichten, weit über Sachsen hinaus.
Die Gruppe mischt Volksmusik mit Rock und Pop. Als erste volkstümliche Gruppe trat sie in Sendungen wie „Top of the Pops“ auf und erreichte damit auch junge Leute.
Neben den Randfichten gibt es im Erzgebirge viele weitere Musiker und Gruppen, die die Lieder der Region pflegen.
Musik im Jahreslauf
Zu den Festen im Erzgebirge gehört Musik: Blasmusik beim Dorffest, Bergmannslieder bei der Mettenschicht und Chorgesang im Advent. In der Weihnachtszeit wird besonders viel gesungen und musiziert.
Wo man Musik aus dem Erzgebirge erleben kann
Am besten besuchen Sie ein Adventssingen oder eine Bergparade.
Im Internet finden Sie:
- Musikgruppe „De Randfichten“: www.randfichten.de, externes Angebot, öffnet in einem neuen Tab
- Anton Günther, Lyriker und Sänger: www.anton-guenther.de, externes Angebot, öffnet in einem neuen Tab